Die moderne Homöopathie: zwischen Herstellungsanforderungen und Tradition

Hinter den Globuli verbirgt sich eine oft unsichtbare Realität: Die Homöopathie ist eine Komplementärmedizin mit einer langen Tradition, die denselben pharmazeutischen Anforderungen genügen muss wie allopathische Arzneimittel.

Die Verdünnung der Urtinktur, die Potenzierung, die Imprägnierung – diese präzisen Arbeitsschritte, die oft von Hand und in kleinen Mengen durchgeführt werden, um die therapeutische Wirksamkeit zu maximieren, unterliegen strengen Standards. Dies wird als Gute Herstellungspraxis (GMP) bezeichnet. GMP-zertifizierte Labore gewährleisten die Rückverfolgbarkeit, Sicherheit und Reproduzierbarkeit der Präparate. So wird jede Ursubstanz, sei sie pflanzlichen, mineralischen oder tierischen Ursprungs, einer strengen Kontrolle unterzogen: Identität, Reinheit und Herkunft werden vor jeder Weiterverarbeitung überprüft. Darüber hinaus sind homöopathische Arzneimittel in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich: Globuli, Sprays, Trinktropfen, Cremes usw. Diese müssen ihrerseits spezifische Anforderungen erfüllen. Die Herausforderung ist klar: Die Essenz des Mittels zu bewahren und gleichzeitig die GMP-Standards zu erfüllen, die für standardisierte Grossproduktionen konzipiert sind.

Die GMP-Anforderungen werden ständig verschärft, ohne zu berücksichtigen, dass diese Naturpräparate seit Jahrzehnten sicher angewendet werden. Es ist daher unerlässlich, das Anforderungsniveau an das tatsächliche Risiko anzupassen.

Die Hersteller passen sich an, investieren und strukturieren ihre Abläufe. Doch je mehr die Auflagen zunehmen, desto grösser wird die wirtschaftliche Herausforderung, Arzneimittel mit geringen Verkaufszahlen im Sortiment zu behalten. Die Homöopathie bewegt sich heute auf einem schmalen Grat: Sie muss immer höheren Anforderungen gerecht werden, ohne das zu verlieren, was ihre Natur ausmacht.

Kolumne Komplementäres Astrea Bulletin 06/2026

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SVKH-Stellungnahme: Vernehmlassung der KVV und KLV (Kostendämpfungspaket 2)