Wir beziehen Stellung.
Der Schweizerische Verband für komplementärmedizinische Heilmittel beteiligt sich aktiv am politischen Diskurs und nimmt regelmässig an Vernehmlassungsverfahren teil.
Unsere Standpunkte
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Der SVKH setzt sich für die Zusammenarbeit von Schul- und Komplementärmedizin ein (Integrative Medizin). Beide Behandlungskonzepte haben Vor- und Nachteile. Im Interesse der Patientinnen und Patienten soll die jeweils erfolgsversprechende Behandlungsmethode alternativ oder komplementär eingesetzt werden. Komplementärmedizinische und phytotherapeutische Präparate sollen vermehrt präventiv eingesetzt werden.
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Der SVKH steht ein für eine hohe Verfügbarkeit von qualitativ hochstehenden Arzneimitteln, da diese eine Voraussetzung für den Therapieerfolg sind. Aufgrund von Entwicklungen in Europa wie auch von hohen Zulassungshürden und Kosten in der Schweiz zeigt sich der SVKH offen gegenüber zusätzlichen Marktchancen, die sich mit Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) und Medizinprodukten ergeben. Die Mitglieder sind – je nach Marktentwicklung und Auflagen der Behörden – sogar darauf angewiesen, ihre Produkte nicht nur als Arzneimittel, sondern auch als Nahrungsergänzungsmittel oder Medizinprodukt anzubieten.
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Der Schweizer Markt wird mit Produkten überschwemmt, die wie Arzneimittel aussehen und als solche angepriesen werden, die aber nur eine geringe Wirkung haben. Die Behörden nehmen de facto in Kauf, dass die Patientinnen und Patienten getäuscht und Krankheiten verschleppt werden. Sie tolerieren teilweise den Grau- und Schwarzmarkt und setzen in manchen Fällen die Gesundheit der Patientinnen und Patienten aufs Spiel.
Im Gegensatz dazu werden Hersteller von Swissmedic anerkannten Arzneimitteln streng kontrolliert, was hinsichtlich Patientensicherheit zu begrüssen ist. Der SVKH fordert die effektive Umsetzung der Gesetze und adäquate Regeln für alle: unabhängig davon, ob es sich um Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel, Medizinprodukte oder Hausspezialitäten handelt.
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Natürliche Rohmaterialien für die Herstellung der Produkte werden bevorzugt. In begründeten Fällen können synthetische Stoffe verwendet werden. Gentechnologisch hergestellten Stoffen gegenüber herrscht grosse Zurückhaltung.
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Aus Sicht des SVKH sollten Tierversuche äusserst zurückhaltend durchgeführt werden, sofern es für eine Marktzulassung überhaupt erforderlich ist. Er unterstützt den Einsatz alternativer Methoden.
Besonderheiten von Komplementär- und Phytoarzneimitteln KPA
Komplementärmedizinische Therapien sind auf den einzelnen Patienten und auf seine individuelle Krankheitssituation ausgerichtet. Für individualisierte Therapien braucht es eine grosse Zahl von Arzneimitteln. Viele davon werden sehr selten verschrieben.
Die Schweizer Produzenten von Komplementär- und Phytoarzneimittel KPA sind mehrheitlich KMU-Betriebe. Sie stehen in Konkurrenz zu internationalen Firmen.
Es wird immer schwieriger, die auf die Herstellung von synthetischen Arzneimitteln und Grossbetriebenen ausgerichteten Produktions- und Disbtributionsanforderungen (GxP) zu erfüllen, obwohl die meisten natürlichen Ausgangsmaterialien seit Jahrzehnten bekannt und sicher sind.
Je kleiner die verkaufte Menge und je höher die behördlichen Auflagen, desto schwieriger wird es, Produkte kostendeckend im Markt zu halten.
Der SVKH nimmt an Vernehmlassungen teil, die für die Mitglieder von Relevanz sind. Die Mitglieder werden jeweils gebeten, der Geschäftsstelle ihre Sicht mitzuteilen. Die Geschäftsstelle erarbeitet in Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten der Mitglieder eine konsolidierte Stellungnahme, die vom Vorstand genehmigt wird. Im Rahmen der Vernehmlassungserarbeitung werden die Positionen erarbeitet, die später im politischen Prozess gegenüber Behörden oder Ratsmitgliedern vertreten werden. Der SVKH erarbeitet auch proaktiv Vorschläge, z.B. bezüglich der Zulassung oder der Vergütung von Komplementär- und Phytoarzneimitteln, die er im Bundesparlament einbringt.
Stellungnahmen des SVKH