Behördenspardruck versus Patientenbedürfnisse

Die Komplementär- und Phytoarzneimittel (KPA) leben von Erfahrung, Qualität und Verlässlichkeit. Dasselbe erwartet der SVKH von den behördlichen Rahmenbedingungen. Doch der Wind hat gedreht: Sowohl bei Swissmedic als auch beim BAG ist der Spardruck spürbar. Dies erhöht den wirtschaftlichen Druck auf die Hersteller. Das Paradoxe daran: Die Nachfrage seitens Patientinnen und Patienten ist ungebrochen hoch. Die Schweiz ist ein Musterbeispiel im Bereich KPA-Zulassung. Über Jahrzehnte wurde hierzulande wertvolles regulatorisches und fachliches Wissen aufgebaut.

Umso besorgter beobachtet die Branche die jüngsten Spar- und Umstrukturierungsmassnahmen bei Swissmedic. Dass die spezifische Abteilung für KPA aufgelöst und in die allgemeine Abteilung Zulassung und Vigilance Arzneimittel überführt wird, schmerzt. Auch der bewährte Roundtable KPA, der den Dialog zwischen Behörde und Verbänden sowie Industrievertretern pflegte, steht aus Kapazitätsgründen zur Disposition. In einem hochspezifischen Zulassungsumfeld ist dieser Austausch jedoch die Basis für praxistaugliche Lösungen.

Ambitionierte IT-Grossprojekte in den vergangenen Jahren verschlangen enorme Ressourcen bei Swissmedic. Die Fehlplanungen führten zu Millionenverlusten, die nun über höhere Gebühren wieder hereingeholt werden sollen.

Fehlplanungen und behördlicher Spardruck dürfen nicht auf dem Rücken der Schweizer Pharma-KMU ausgetragen werden und letztlich die Arzneimittelvielfalt für die Patientinnen und Patienten gefährden. Wir brauchen effiziente Behörden. Effizienz entsteht aber nicht durch den Abbau von Fachwissen und Dialog, sondern durch moderne Prozesse und moderne Werkzeuge sowie ein echtes Verständnis für die Realität der Unternehmen.

Kolumne Komplementäres Astrea Bulletin 09/2026

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