Nachhaltiger Onlinehandel?

Auch Nachhaltigkeit muss geprüft und gesetzlich verordnet sein. Das werden bald die Hersteller von pharmazeutischen Produkten erleben: Lieferketten, nachhaltige Verpackungen, selbst die Vorschriften, wie man Nachhaltigkeit bewerben darf, all das wird bereits heute und demnächst neu und umfassend vorgeschrieben. Klimagesetze, neue Verpackungsrichtlinien, Lieferkettengesetze usw. auf nationaler
und europäischer Ebene werden in der Folge für die meisten Firmen direkt oder
indirekt verbindlich. Um das in die Tat umzusetzen, wird von den Herstellern und Lieferanten ein stets wachsender Berg an Dokumentation (elektronisch oder klassisch aus Papier) verlangt. Es ist zu befürchten, dass all diese Vorschriften Unmengen an Daten erzeugen und dabei gleichzeitig Unmengen an Arbeitszeit in den Firmen verschlingen. Wie so oft werden dann die Daten in Archiven verschwinden und ungenutzt bleiben. Am Ende werden die Produkte teurer oder einfach unwirtschaftlich und verschwinden so vom Markt. Derweil foutieren sich Onlinehändler aus Asien um sämtliche Vorschriften, sie beliefern ganz Europa frei Haus mit Billigprodukten. Für Deutschland wird geschätzt, dass etwa 400000 Pakete pro Tag (!) nur von einem einzigen Onlinehändler aus Asien eintrefen. Die Frage nach Nachhaltigkeit wird hier weder gestellt, noch werden irgendwelche Vorschriften beachtet. Sicher lassen Gesundheitsprodukte und Arzneimittel nicht lange auf sich warten – dies muss genau überwacht werden! Und wir? Wir bereiten uns derweil vor auf die neue Nachhaltigkeitsbürokratie und spitzen die Bleistifte. Dabei kann die Antwort nur sein: ein Augenmass mit den Vorschriften bei uns in Europa und zumindest vergleichbare Bedingungen für die globalen Onlineplayer – und dazu wäre
doch das Thema der Nachhaltigkeit ein perfekter Startpunkt. Wenn schon, dann gilt Nachhaltigkeit für alle einzuhalten!

Herbert Schwabl, SVKH