Frische Brise im Bundeshaus

Mit Elisabeth Baume-Schneider weht ein frischer Wind in der Gesundheitspolitik. Was ist ihre Mission? Eine Neugestaltung des Gesundheitssektors, die sich von herkömmlichen Pfaden löst und neue Horizonte eröffnet? Noch wissen wir es nicht. Ein erster kritischer Blick fällt auf die Neigung zu staatlichen Lösungen, die in der Westschweiz unabhängig der Parteicouleur beliebt sind. Baume-Schneider steht vor der Herausforderung, die Waage zwischen staatlicher Lenkung und Marktfreiheit neu auszubalancieren. Was ist ihr Ziel? Wir wünschen uns einen  Gesundheitsmarkt, der efzient und nur, wo nötig, reguliert ist, ohne in die Falle des Etatismus zu tappen. Zentral ist: Die neue Bundesrätin muss sich durch den Dschungel der Bürokratie kämpfen, um den Leistungserbringern ein kostbares Gut zurückzugeben: mehr Zeit für ihre Patienten. Der Fokus sollte sich von einer engstirnigen Kostenkontrolle lösen und die gerechte Verteilung der Gesundheitskosten auf die Gesellschaft ins Auge fassen. Hier könnte die SP-Initiative als Wegweiser dienen, auch wenn Baume Schneider in ihrer offiziellen Rolle diese
bekämpfen muss. Die Qualität der Gesundheitsversorgung muss wieder im Zentrum stehen. EFAS wird dazu beitragen, Fehlanreize zu eliminieren. Ohne genügend Fachpersonen und ohne genügend Medikamente bleibt jedoch alles nur ein Luftschloss. Ein weiteres heisses Eisen im Feuer ist der Zugang zu innovativen und sanften Arzneimitteln. Sanfte Medizin ist im Vormarsch, wird jedoch durch Marktmechanismen zurückgedrängt. Ein umgestalteter Preisbildungsmechanismus in der Spezialitätenliste, wie dies der Nationalrat anpeilt, könnte hier Wunder wirken. Last but not least: Digitalisierung und Prävention. Hier liegen Chancen, die Baume-Schneider nutzen muss. Projekte wie DigiSanté und das EPD sind nicht nur Spielereien, sondern essenzielle Werkzeuge für ein zukunftsorientiertes Gesundheitswesen.

Andreas Eyholzer, SVKH